„Rückenschmerzen und Osteopathie“

 

Gedanken zu den Thema: „Rückenschmerzen und Osteopathie“von Elisabeth Günther

 

Rückenschmerzen stellen ein großes Volksleiden dar. Sicher hat jeder schon einmal den Rücken zu spüren bekommen. Überlastungen, Fehlhaltungen , Mangel an Bewegung und Narbenbildungen, um nur einige Ursachen für Schmerzen im Rücken zu nennen, können auch chronisch werden.

Zuerst ignorieren wir den Schmerz, weil nicht sein kann, dass es weh tut und dann haben wir keine Zeit etwas dagegen zu tun. Der Schmerz manifestiert sich und unser Körper versucht diese Belastungen zu kompensieren. Er kann das ganz gut und auch lange, aber dann kommt die Zeit, wo wir den Schmerz nicht mehr aushalten. Die Kompensation der Schmerzen, also die Anpassung des Körpers an den Schmerz , bringt wieder andere Schonhaltungen und Verspannungen mit sich.

Oftmals hören wir dann vom behandelnden Arzt, dass organisch an Wirbelsäule und Gelenken alles in Ordnung ist, aber der Schmerz bleibt.

In der osteopathischen Untersuchung werden funktionelle Störungen aufgesucht, also die Kompensationen des Körpers. Das können weitere Verspannungen sein, Verklebungen von Fascien ( den bindegewebigen Hüllen der Organe), Blockierungen von Gelenken infolge von verspannter Muskulatur, Verwachsungen durch Narbenbildung und Bewegungseinschränkungen von inneren Organen.

Der Osteopath behandelt immer im Sinne der Ganzheitlichkeit: so können Bewegungseinschränkungen des Dünn- oder Dickdarmes auch Rückenschmerzen machen. Der Darm ist mit seinen Aufhängungen in der Nähe der Wirbelsäule befestigt und so können die erhöhten Spannungen der Darmfascien übergehen auf die Rückenmuskulatur. Ergebnis ist eine Zunahme der Rückenmuskelspannung bis hin zum Schmerz. Im Umkehrschluß kann man die Darmspannung durch osteopathische Grifftechniken herabsetzen und damit als Reaktion darauf die Muskulatur im Rücken entspannen. Wo weniger Spannung im Gewebe ist ist weniger Schmerz.

Eine zentrale Rolle spielt auch das Zwerchfell. Die Zwerchfellbewegung ermöglicht eine bessere Mobilität der Organe. Dabei übt das Zwerchfell einen Druck auf umliegende Organe aus und erhöht deren Beweglichkeit (Mobilität). Eine Bewegungseinschränkung des Zwerchfells kann also auch die Mobilität der Organe herabsetzen. Da das Zwerchfell mit der oberen Lendenwirbelsäule und dem Rippenbogen verbunde ist, können dann auch Rückenschmerzen und Oberbauchdruck- und Völlegefühl auftreten.

Innere Organe stehen immer in Wechselbeziehung zum Bewegungsapparat und anderen Geweben, z.B. Lymph- und Blutgefäße und Nerven. Die ganzheitliche Behandlung ist Voraussetzung für die Linderung der Schmerzen. Unser Körper hat seine Selbstheilungskräfte, doch manchmal müssen wir dem Körper helfen, seine Gesundheit zu finden.

Andrew Taylor Still (1828-1917), der Entdecker der Osteopathie prägte die Worte

„Gesundheit zu finden sollte die Aufgabe sein. Krankheit kann jeder finden“