Die kranke Hüfte oder doch der Rücken?

Die kranke Hüfte oder doch der Rücken?

Häufig plagen uns Rückenschmerzen, wo wir doch nicht wissen, woher sie kommen. Und genauso haben wir bei Belastung oft Schmerzen in der Region der Hüftgelenke, wo wir gleich an eine Abnutzung des Hüftgelenkes denken. Dann heißt es, „Aber operieren lasse ich mich noch nicht!“. Soweit ist es dann häufig auch zum Glück noch nicht.

In den meisten Fällen liegen Störungen in den Weichteilen vor: Verspannungen und Verklebungen von Muskeln, Bändern und Faszien, verminderte Verlängerungsfähigkeit von Muskeln und Abschwächung von Muskulatur. Bei Belastung kommen dann eben diese Schmerzen. Auch ein Röntgenbild kann eine Abnutzung im Hüftgelenk erkennbar machen, aber das muß nicht gleich eine Operation notwendig machen. Erst wenn die eigene Lebensqualität darunter leidet, dann sollte man an eine OP denken. Vorher können wir noch viel für uns tun: Gewichtsreduktion steht da ganz oben, denn das Zu-viel an Gewicht belastet unsere Gelenke: Wirbelsäule, Bandscheiben, Hüftgelenke, Knie- und Sprunggelenke bis zu den Fußgelenken. Aber auch Dehnung und Kräftigung unserer Muskulatur und Bänder, sowie Beweglichkeitsverbesserung unserer Gelenke durch moderate Krankengymnastik kann uns schon große Linderung verschaffen.

Manchmal kommen aber auch unsere Hüftbeschwerden von der Lendenwirbelsäule ( LWS ) her. Überlastung der Rückenstrecker und häufig zu wenig Anspannung der Bauchmuskulatur führen zur Fehlbelastung der LWS. Es werden dann unsere Bandscheiben falsch belastet durch zu viele schwere Lasten, die wir heben, zu einseitiges Tragen oder zu langes Stehen und Sitzen. Diese Fehlbelastungen der Bandscheiben können zu Bandscheibenvorwölbungen oder sogar Bandscheibenvorfällen führen, wobei Nervenwurzeln gedrückt und gereizt werden können. Das kann Schmerzen im Verlauf der Nerven machen, in der LWS besonders der Ischias im Becken- und Gesäßbereich und im gesamten Bein.

Aus osteopathischer Sicht können aber auch die Bauchorgane für Schmerzen in der LWS sorgen. Narben im Bauchraum( z. Bsp. Blinddarmnarbe, Unterleibs-OP ,Kaiserschnitt ,Leistenbruch-OP ) können für Verwachsungen im Bauchraum verantwortlich sein, so dass die Beweglichkeit des Darmes eingeschränkt ist. Damit der Darm gut funktionieren kann muß der Körper mehr Energie aufbringen, welches zu Spannungserhöhung führen kann, die sich auf die Rückenmuskulatur auswirkt. Durch die osteopathische Behandlung der Bauchorgane wird die Beweglichkeit wieder verbessert. Fasziale Dehnung der Bauchdecke kann den sogenannten „ Durchbrechschmerz“ im Rücken positiv beeinflussen.